Mo 26.09 20:00H

Kulturelle Aneignung? Wie die Welt in den Club kam

Gespräche, Interventionen, Performance und Party

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EINTRITT FREI - es wird kein Ticket benötigt. Es sind ausreichend Plätte vorhanden

Kulturelle Aneignung? Wie die Welt in den Club kam

Kulturelle Aneignung? Wie die Welt in den Club kam
Gespräche, Interventionen, Performance und Party

Mit:
Dr. Subin Nijhawan (Institut für England- und Amerikastudien)
Tamara Dida (Humangeografin),
Jens Balzer (Publizist),
Jean Trouillet (Moderation),
Daniela Shemer (Cello),
Olga Hübner (Violine, Bratsche),
DJ Yahi & Shantel

Info:
Seit den neunziger Jahren ist der Frankfurter Stefan Hantel aka Shantel aus dem kulturellen Leben Deutschlands nicht mehr wegzudenken. Dabei repräsentiert er nicht den berühmt-berüchtigten „Sound of Frankfurt“, sondern ist vielmehr auf der Suche eines Länder überspannenden „Sound of Europe“. Es ist an der Zeit, die Strukturen globaler Popkultur genauer zu untersuchen und sich einer der derzeit heiß diskutierten Fragen zu stellen:

Kulturelle Aneignung“ – Wo sind die Grenzen und Tabus?

Der Abend nähert sich dem Themenkomplex von verschiedenen Seiten an:
Im ersten Block wechseln sich Gespräche mit Shantel und Live-Performances ab.
Im zweiten Block leiten Tamara Dida und Jens Balzer, der gerade den Band „Ethik der Appropriation“ publiziert hat, mit kurzen Vorträgen in die Diskussionsrunde zum Thema „kulturelle Aneignung“ ein. Das Publikum ist eingeladen, an der Diskussion teilzunehmen. DJ Yahi und Shantel laden uns zum Abschluss ein, zu ihrem Sound of Diversity zu tanzen.

Pressetext zu Jens Balzers beim Verlag Matthes & Seitz erschienenen Buch: 
Ein Reizthema der Gegenwart, bei dem es lohnt, es sich nicht zu einfach zu machen.
Die Rede von kultureller Aneignung ist allgegenwärtig. Infrage steht mit ihr gerade für eine progressive politische Position die Legitimität kultureller Produktion, die sich an den Beständen anderer, ihr »fremder« Traditionen bedient. Während viele diese als eine Form des Diebstahls an marginalisierten Gruppen kritisieren, weisen andere den Vorwurf zurück: Er drücke eine Vorstellung von Identität aus, die Berührungspunkte mit der völkischen Rechten aufweise. Tatsächlich, so zeigt Jens Balzer, beruht jede Kultur auf Aneignung. Die Frage ist daher nicht, ob Appropriation berechtigt ist, sondern wie man richtig appropriiert. Kenntnisreich skizziert Balzer im Rückgriff auf die Entstehung des Hip Hop wie auf die erstaunliche Beliebtheit des Wunsches, »Indianer« zu sein, in der bundesdeutschen Nachkriegszeit eine Ethik der Appropriation. In ihr stellt er einer schlechten, weil naturalisierenden und festlegenden, eine gute, ihre eigene Gemachtheit bewusst einsetzende Aneignung entgegen. Ausgehend von dem Denken des Kreolischen Édouard Glissants und Paul Gilroys »Schwarzem Atlantik« sowie der Queer Theory Judith Butlers wird eine solche Aneignungsethik auch zur Grundlage eines aufgeklärten Verhältnisses zur eigenen Identität.

Gefördert von:
Neustart Kultur | www.neustartkultur.de
Bundesverband Soziokultur | www.soziokultur.de
und Der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien | www.kulturstaatsministerin.de